ACHTUNG: 
Aus aktuellem Anlass 03/12
Virenalarm: Sober.C kommt mit offiziellem Anschreiben
Vor allem der deutschsprachige Raum betroffen
Die dritte Variante der Sober-Familie, die derzeit vor allem deutsche
und österreichische Postfächer unsicher macht, zeichnet
sich weniger durch technische Neuerungen als durch perfide Formulierungen
aus. Der Virus zielt zeitlich auch klar auf den letzen Montag
vor Weihnachten. Er verwendet je nach Zieldomain eine E-Mail mit
deutschem oder englischem Betreff.
Die infizierten Mails haben verschiedene Betreff-Zeilen. "Ermittlungsverfahren
eingeleitet" lautet eine, oder "Sie sind ein Raubkopierer".
Als Absender muss die Sonderkommission 'Internet Downloads' der
Düsseldorfer Polizei herhalten. In dem Anschreiben wird dem
Empfänger mit einem Strafverfahren gedroht. In den 73 KB
großen Attachments, die mit den Endungen .exe, .cmd, .com,
pif, .scr oder .bat daherkommen, seien die Details aufgelistet.
Sehr zum Leidwesen der Polizeidienststelle, denn die in der Mail
angegebene Telefonnummer und Adresse ist echt. Und jetzt stehen
dort die Telefone nicht mehr still, melden die Nachrichtenagenturen.
Andere Varianten warnen den Empfänger vor neuen Dialern
oder davor, dass er einen Virus auf seinem Rechner hat. Will man
nun die Datei öffnen, so kopiert sich der Virus gleich drei
mal auf den Rechner. Der Wurm erstellt sodann zwei Dateinamen
per Zufallsgenerator und startet das Programm in zwei verschiedenen
Anwendungen. Der Wurm versucht sich selbst zu schützen, in
dem er etwa den Zugriff auf die infizierte Datei blockiert.
Die meisten Antiviren-Hersteller haben bereits neueste Updates,
um den Virus unschädlich zu machen. So hat die schwäbische
Firma Antivir weitere Informationen und einen aktualisierten Scanner
zu Sober.C auf ihrer Homepage bereitgestellt. Aber auch Symantec
wartet mit einem angepassten Virenfänger auf.
Im Virenforschungslabor von Network Associates, stuft man Sober.c@MM
oder auch 'W32' sogar als besonders gefährlich im deutschsprachigen
Raum ein. Der Wurm hat schließlich eine eigene SMTP-Engine
und attackiert gezielt die auf dem betroffenen Rechner abgelegten
Emailadressen. Ursprünglich auf "Low-Risk" eingestuft,
sei durch seine Zweisprachigkeit (Deutsch und Englisch) mit einer
höheren Gefahr in den deutschsprachigen Ländern zu rechnen,
so heißt es hier. Aktuelle Informationen und Gegenmaßnahmen
zu Sober.c können demnach hier
abgerufen werden. Network Associates bietet zur Beseitigung
des Wurm bereits ein neues DAT-File 4310 an, welches in das Verzeichnis
des Viren-Scanners kopiert werden muss. Ein kostenloser 'Stand-Alone
Remover' zur Bereinigung infizierter Systeme sei ebenfalls zu
haben, heißt es bei dem Security-Anbieter.
Bei dem Security-Unternehmen Messagelabs sind bis mittags über
7000 Kopien in den digitalen Virennetzen hängen geblieben,
was auf die schnelle Verbreitung schließen lässt. Auch
für die Kunden dieses Anbieters gibt es schon wirksame
Scanner.
[Axel Kraft]